Wie gut ist deine Kooperations-Strategie?

Veröffentlicht von tris am

„Ein Mann mit einer neuen Idee ist unausstehlich, bis er der Idee zum Erfolg verholfen hat.“ Mark Twain (1835-1910), US-amerik. Schriftsteller

Menschen produzieren seit jeher Ideen und Erfindungen wie am Fliessband. Doch das heisst noch lange nicht, dass daraus erfolgreiche Innovationen werden. Die Geschichte – auch die jüngste – der Erfindungen und Entwicklungen zeigt, dass nicht der innovativ ist, der als Erster eine Idee hat, sondern der, der als Erster seine Ideen umsetzt. Der US-amerikanische Pilot und Schriftsteller (*1936) Richard Bach drückt dies noch etwas drastischer aus: „Any powerful idea is absolutely fascinating and absolutely useless until we choose to use it.”

Kundennähe als Schlüssel zum Erfolg

Es bedarf natürlich einer ordentlichen Portion Mut, um sich an die Umsetzung einer Idee zu machen. Zweiflern fallen da ganz schnell ausreichend viele Hinderungsgründe ein, warum es nicht klappen könnte. Entweder fehlt Zeit, Mut, Geld – oder alles gleichzeitig. 

Wirksame Führungskräfte dagegen sorgen dafür, dass gute Ideen schnell umgesetzt werden und verschaffen sich dadurch einen grossen Wettbewerbsvorteil. Sie verlieren wenig Zeit und sind nahe am Kunden. Enorme Umsetzungskraft hat Apple mit zahlreichen erfolgreichen Produkten bewiesen. Voraussetzung für eine solch starke Innovationsleistung im Unternehmen ist immer das richtige Verständnis von Innovation: Eine Innovation ist dann gelungen, wenn ein hohes Mass an Nutzen und Zufriedenheit am Markt und für den Kunden geschaffen wurden. Kundennähe und das Verständnis der Kundenbedürfnisse ist der Schlüssel. 

Kooperation ist die stark unterschätze Ressource von vielen kleinen Unternehmen

Aber nicht nur Kundennähe ist entscheidend, sondern schon heute und künftig noch mehr ist eine gute Kooperationsstrategie für Unternehmen aller Grössenordnungen zentral für den Erfolg. Auch wenn das iPhone ein Apple Produkt ist, so sind Mobiltelefone heute das Ergebnis internationaler Zusammenarbeit verschiedener Firmen. Die Graphik zeigt am Beispiel ausgewählter Bauteile des aktuellen Apple iPhone 13 Pro, dass hinter dem iPhone eine ausgeklügelte Kooperationsstrategie steht. 

Der Akku wird vom chinesischen Unternehmen Sunwoda Electronic entwickelt, das Display von Samsung und LG aus Südkorea und das Gehäuseglas von Corning aus den USA. Auf dem Mainboard sind diverse Dritthersteller integriert, Flash-Speicher von Kioxa aus Japan, Display Port Schnittstelle von NXP Semiconductors, die in den Niederlanden sind. 

Bei Apple ist das iPhone mit rund 50 Prozent Umsatzanteil die Cash-Cow. Apple versucht zu diversifizieren, was mit der Entertainment-Sparte um iTunes und Apple TV mit einem Umsatzanteil im Jahr 2021 von rund 19 Prozent, auch gelungen ist. Auch hier stehen eine Vielzahl von Kooperationen im Hintergrund. Im Segment der Apple Watch und mit Smart Speakers konnte das Unternehmen in den vergangenen Jahren wachsen, wohingegen der Anteil von Mac und iPad recht konstant bei 10 Prozent liegt. 

Kooperationsfähigkeit beginnt im eigenen Team und bereichsübergreifend im Unternehmen

Natürlich müssen nicht alle kleinen und mittlere Unternehmen global kooperieren. Aber kluge Kooperationen können allen Unternehmen helfen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können durch gute Kooperationen ihre begrenzten Mittel wirksamer einsetzen. Der erste Ansatzpunkt ist die Kooperation im eigenen Haus zu verbessern. Das ist weit weniger trivial, als es zunächst scheint. Jeder erfahrene Unternehmer und jede Führungskraft weiss, wie viel Potential im eigenen Unternehmen durch mangelhafte Kooperation verloren geht. Hier kann jede Führungskraft ansetzen. 

Im zweiten Schritt ist zu prüfen, welche klugen Kooperationen das Unternehmen oder den eigenen Bereich voranbringen können. Wer hier systematisch auf die Suche nach den geeigneten Partnern geht, wird über kurz oder lang fündig werden. Warum auch nicht? Durch die passende Kooperation profitieren alle, die Kooperationspartner und der Kunde. 

Denkanstoss für heute:

  • Innen: Verbessere die Kooperationsfähigkeit in deinem Team. Eine ganz einfache Leitfrage kann helfen: „Was können wir gemeinsam tun, um besser zu kooperieren?“. Wer das systematischer angehen möchte, nimmt sich einen guten Moderator hinzu und geht extern in ein Hotel – inklusive Diskussion im Team „later at the bar“. 
  • Aussen: Suche aktiv nach Kooperationen ausserhalb deines Unternehmens. Die ganz grossen Unternehmen nutzen dieses Konzept mit Erfolg. Warum solltest du es nicht ebenso tun?

Dr. Frank Arnold 

Bestsellerautor, Redner und Berater für Strategie und Veränderungsprozesse. 

Dr. Frank Arnold beschäftigt sich mit der Frage «Was ist gute Führung? Insights für unternehmerischen Erfolg» – und das seit über 20 Jahren. Gute Führung ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg von Menschen und Unternehmen.