Wenn der CEO immer noch die letzte Sicherheit gibt, hat die Organisation nicht gelernt zu entscheiden.

Das zeigt sich selten in den großen Momenten. Es zeigt sich in kleinen Rückfragen.

„Nur kurz zur Absicherung.“
„Ich wollte Dich einmal mitnehmen.“
„Bevor wir das final machen.“
„Damit Du nicht überrascht bist.“

Alles klingt vernünftig. Sorgfältig. Loyal.

Doch mit jeder dieser Rückfragen wird eine stille Ordnung bestätigt: Die Entscheidung ist erst dann wirklich belastbar, wenn sie oben noch einmal berührt wurde.

Für den CEO fühlt sich das oft nach Verantwortung an. Für die Organisation wird es zur Gewohnheit.

Führungskräfte lernen dann nicht, Urteile zu bilden. Sie lernen, Urteile abzusichern. Sie entwickeln kein eigenes Gewicht, sondern ein gutes Gefühl dafür, wann sie besser noch einmal nach oben schauen.

So entsteht keine Entscheidungskompetenz. Es entsteht Rückversicherungsfähigkeit.

Der kritische Punkt ist nicht, ob ein CEO erreichbar ist. Nähe kann wertvoll sein. Entscheidend ist, ob Nähe Entscheidungen stärkt oder ersetzt.

Eine Organisation wird nicht erwachsener, weil der CEO kluge Antworten gibt.

Sie wird erwachsener, wenn sie lernt, ohne die letzte Sicherheit tragfähig zu entscheiden.